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Kurs 5 - Grafikformate

1. BMP

Dieses Format kann auf allen Windows-Rechnern eingesetzt werden. Schließlich wurde das BMP-Format auch von Microsoft entwickelt. Damit ist es fast universell einsetzbar. Alle gängigen Grafikprogramme können BMP-Bilder öffnen und speichern. Es werden alle 16,7 Millionen Farben des RGB-Farbraums dargestellt.

Da für jeden RGB-Farbwert eines Pixels drei Byte an Speicher gebraucht werden, ist die Dateigröße genau drei mal größer als die Pixelanzahl.

Ein Bitmap-Bild besteht aus einzelnen Pixel.
Ein BMP-Bild mit einer Größe von 90 x 90 Pixel hat eine Dateigröße von 90 x 90 x 3 Byte. Digitalkameras speichern ein Foto aber schon mit einer Auflösung von 1600 x 1200 Pixel.
Das ergibt dann schon eine Dateigröße von 5,76 MB. Beim Scannen mit 300 DPI kann eine normale DIN A4-Seite  schon mal 50 MB groß werden.

BMP bietet außer seiner weiten Verbreitung keine nennenswerten Vorteile.

2. TIFF

Die Abkürzung steht für "Tagged Image File Format". Dieses häufig eingesetzte Grafikformat ist sehr beliebt zum Austauschen von Dateien zwischen unterschiedlichen Programmen und Plattformen. Es wird von den meisten Grafikprogrammen und Scannern unterstützt.

TIFF unterstützt CMYK-, RGB-, Lab-, indizierte Farb- und Graustufenbilder mit Alpha-Kanälen sowie Bitmap-Bilder ohne Alpha-Kanäle.

Das TIFF-Format kann die Bilddatei beim Abspeichern verlustfrei komprimieren (LZW-Verfahren). So kann die Dateigröße klein gehalten werden und beim Öffnen entpackt sich das Bild wieder in seinen Ursprungszustand.

3. JPEG

Dieses Format erhielt seinen Namen durch die "Joint Photografic Expert Group". Das Gremium erarbeitet seit 1988 international gültige Standards. Das besondere an JPEG sind raffinierten Kompressions-Verfahren, um die Dateigröße eines Bildes sehr stark zu verkleinern.

So ist es möglich ein BMP-Bild mit 1 MB auf 0,1 MB zu reduzieren. Deshalb ist JPEG im Internet das wichtigste Format für Fotografien, da alle 16,7 Millionen Farben des RGB-Farbraums dargestellt werden können.

Links mit 50% Komprimierung ,rechts mit 95% Komprimierung. Man erkennt deutlich die Artefakte
Diese Verfahren hat leider auch Nachteile. Die Komprimierungs-Verfahren arbeiten nicht verlustfrei. Es gehen also bei jedem Speichern Bildinformationen für immer verloren.

Bei sehr starken Komprimierungen entstehen sogenannte "Artefakte". Das sind kleine, rechteckige Blöcke im Bild. Auch bei einfarbigen Flächen entstehen diese störenden Artefakte.

Mit JPEG kann man keine transparente Farben bestimmen oder mehrere Einzelbilder als Animation speichern.

Mit diesen ganzen Nachteilen soll das neue JPEG 2000 entgültig Schluss machen. Es verspricht noch bessere Kompressionsraten und weniger Artefakte. Aber es wird wohl noch ein paar Monate dauern, bis die Grafikprogramme (und Digitalkameras) damit umgehen können.

4. GIF

Das GIF-Format (Graphics Interchange Format) wurde von Compuserve speziell für die Datenübertragung entwickelt. Das Format beschränkt sich dabei auf 256 Farben und kann mit dem LZW-Verfahren verlustfrei komprimiert werden.

Der Nachteile des GIF-Formats sind die Qualitätseinschränkungen bei Fotografien, da  256 Farben dafür einfach nicht ausreichen. Außerdem verlangt Unisys (der neue Besitzer von GIF) Lizenzgebühren für das Format.

Man unterscheidet die Versionen GIF 87a und GIF 89a.  Mit der neuern Version (89a) sind zusätzlich Animationen und Hintergrundtransparenz.

Die Farbe Blau wurde als Transparenzfarbe gewählt
Mit der sogenannten Hintergrundtransparenz ist es möglich, eine Farbe im Bild zu bestimmen, die transparent werden soll. Links sieht man das normale GIF-Bild und rechts das Bild mit der Transparenz (die Farbe Blau wurde ausgewählt).

Zusätzlich können auch Animationen in diesem Format gespeichert werden. Diese kleinen "Filmchen" werden sehr gern im Internet als Blickfang eingesetzt.

5. PNG

Das PNG-Format (Portable Network Graphic Format) wurde schon 1995 als Nachfolger des GIF-Formats auf den Markt gebracht. Es enthält die vielen Vorteile von GIF, kann aber noch viel mehr. 

Mit dem PNG-Format (sprich: ping), können Bilder bis zu einer Farbtiefe von 48-bit gespeichert werden. Eine verlustfreie LZW-Komprimierung verringert die Dateigröße. Mit einem sogenannten Alpha-Kanal sind auch abgestufte Transparenzen möglich (wichtig bei Schatten). Ein Integritäts-Check erkennt, ob ein Übertragungsfehler vorliegt

Mit diesen Fakten ist es auf den ersten Blick sehr verwunderlich, dass sich das PNG-Format im Internet noch nicht durchgesetzt hat. Es gibt kaum eine Web-Site, die Bilder in diesem Format einsetzt.

Der Hauptgrund liegt wohl an der mangelnden Browser-Unterstützung. Erst Browser ab der Version 4.x können die PNG-Bilder anzeigen. Da gehen die meisten Entwickler lieber auf Nummer sicher und warten noch.

Zusammenfassung:

BMP-Format

Das Microsoft-Format. Auf allen Windows-Rechnern einsetzbar.

Es wird keine Komprimierung benutzt.

Nicht im Internet einsetzbar.

TIFF-Format

Universell auf vielen Plattformen einsetzbar.

Verlustfreie LZW-Komprimierung möglich.

Nicht im Internet einsetzbar.

JPEG-Format

Wichtigstes Foto-Format im Internet. 24-bit Farbe.

Sehr große Komprimierung möglich, aber nicht Verlustfrei.

Der Nachfolger JPEG 2000 verspricht viele Verbesserungen.

GIF-Format

Wichtigstes Grafik-Format im Internet. 8-bit Farbe.

Sehr große Komprimierung möglich, aber nur mit 256-Farben.

Hintergrundtransparenz und Animationen möglich.

PNG-Format

Neues Grafik-Format im Internet als GIF-Nachfolger.

Verlustfreie LZW-Komprimierung bei 48-bit Farbe möglich.

Alpha-Kanal für abgestufte Transparenz.

Kann nur von Browsern ab Version 4 angezeigt werden.


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